Montag, 29. August 2016

Inspektionstour

Trotz kräftigem Wind überzeuge ich mich davon, ob alles für den morgigen Schulbeginn bereit ist, Gelegentlich gibt es einzelne Regentropfen, die sich wie Hagelkörner anfühlen
Zuerst treffen wir auf Friedah, die matron der Secondary School
Wie alle anderen Angestellten, ist sie stets bereit überall zu helfen, so trifft man sie
sowohl in der Küche der Primarschule und der Sekundarschule an.
Aber auch bei der aufwenigen Reinigung aller Schlafräume der Kinder, hat sie fleissig
mitgewirkt. Täglich werden die Leintücher, Wolldecken, Schuluniformen und
alles andere gewaschen. Und trotzdem hatten sich besonders in den Buben Schlafräumen wieder 
tausende Wanzen eingenistet. Rein überall krabbelten sie herum. Etliche Matratzen mussten verbrannt werden, alle Betten wurden hinausgestellt, sowohl Räume wie Betten wurden
3 mal gesprayt,  jede kleinste Ritze hoffentlich entdeckt. 
Die Farbe ist aufgebraucht, so können die Pinsel jetzt gereinigt werden und 
auf ihren nächsten Einsatz warten.
Alle Räume sehen wieder schön aus, hoffen wir dass es wenigstens ein paar
Wochen anhält. Der Staub den der Wind überall hineinweht, bringt es mit sich, dass wir
während der Ferien stets viel zu tun haben.
Übernimm eine Patenschaft für ein Kind und Du veränderst damit ein Leben für immer!!
Ein schönes Beispiel dafür ist Naomi, die nun die 7. Klasse besucht. 
Sie wurde von Kinderarbeit gerettet. Das hat unser  Direktor für das Bildungswesen gut gemacht.
Aber da es hier niemand gibt, der solche Kinder aufnimmt, wurde sie natürlich zu uns gebracht.
Sie kommt aus dem Nordwesten  Kenias, ist ein Waisenkind und wurde von Verwandten
an Bekannte in Voi übergeben. Niemand hatte Geld um sie zu ernähren, so musste sie sich das Essen
 schon früh selbst verdienen. Jetzt möchte sie Ärztin werden.
Am Anfang war sie eher ängstlich, sie hatte ja nur die 1. Klasse besucht bevor ihre Mutter
verstarb; Vater unbekannt, jetzt ist sie sehr glücklich hier. Und ihre Patentante Sabine gibt ihr die Sicherheit,dass sie die ganze Schulbildung bei uns auch beenden kann. Trotz Ferien lernt sie fleissig, ihr Strahlen erzählt mehr als Worte.
Die Grabungsarbeiten für den Septic Tank sind fertig, das erfordert Muskelkraft bei dem 
wirklich steinharten Boden. Jetzt noch ausbetoniert und mit einer Decke versehen und dann kann er 
seinen Zweck erfüllen. Schrecklich, dass man hier so etwas wie Kanalisation nicht kennt.
Immer wieder müssen die "Jauchen Laster" kommen und mit dicken Rohren diese Tanks leeren.
Lästig wird es vor allem wenn Kinder Schuhe und andere Gegenstände in die Latrinen werfen,
dann muss alles aufgespitzt und mit Kübeln entleert werden.
Die von Japan an diesem Wochenende an der Messe in Nairobi vorgestellte "Green Toilet"  
wären eine tolle Lösung für etliche Probleme.
Der Rundgang geht weiter, beim Sportplatz denke ich an eine Skulptur, wenn ich die Überreste des
umgestürzten Baumes sehe. Wäre doch geeignet um ein Kunstwerk mit den Kindern daraus machen

Wie fruchtbar unser Boden ist, sieht man in der Nähe des Speisesaals der Secondary School.
Beim Abspülen der Teller kamen wohl Samen mit, so wachsen nun Wassermelonen und Tomaten.
Über das Wasser das aus dem Duschraum der Mädchen fliesst, freuen sich hier:  Bambus, Zuckerrohr,
einige Bananenbäume und spinatähnliches Gemüse.

Das Duschwasser der Zimmer in dem die Lehrer wohnen, fliesst ins Freie. Dadurch können
Papayabäume, Sträucher und Blumen gedeihen.
Diesem schönen Baum kann auch die Trockenheit nichts anhaben, ich bewundere ihn immer wieder.
  In der grossen Frucht sind eine Art Nüsse. Das Äussere der Nüsse ist nicht einfach zu knacken,
hat man es geschafft, merkt man, die Arbeit hat gelohnt. Die Nüsse sind eine Delikatesse, und
eine Zeitlang kann man sicher überleben, wenn keine anderen Nahrungsmittel mehr zu finden sind.
Diese Bäume hingegen sind nicht besonders stabil, sind sie in einer Gruppe zusammen
können sie länger leben, ansonsten fallen sie starken Winden und Trockenheit zum Opfer.
Den Vögel macht das nichts, momentan sind alle diese Bäumer voller Vogelnester.
Der Frühling kann kommen, die Häuser für den Nachwuchs sind bereit.
Und Obelix kommt noch zu meinem Haus um einige Kisten Bücher für die Schule
abzuholen. Natürlich erhält er etwas Brot als Dank für seine wertvolle Hilfe
Für den Schulbeginn sind wir gerüstet und Philip, unser ehemaliger Schulleiter kommt
sich verabschieden. Er will ein paar Wochen in Dabaab, dem grössten Flüchtlichgslager
der Welt  recherchieren.  Dies im Auftrag seiner Universität in Kanada.  
Unsere Regierung verlangt dass das  Flüchtlingslager bis Ende Jahr geschlossen sein muss.
Eine schwierige Situation für die Somali, die da leben. Viele von ihnen sind seit
30 Jahren hier, wurden hier geboren und durften das Lager noch nie verlassen.
Sie haben absolut keinen Bezug zu Somalia mehr. Es ist zu befürchten, dass sie
die gleichen Schrecken erleben, wie die Menschen in Süd Sudan.
Männer un Buben könnten zwangsrekrutiert werden, Frauen und Mädchen
zwangsverheiratet. Überall macht man sich Gedanken, wie man diesen Menschen helfen
kann, die dem Grauen eines Krieges entflohen waren. Die meisten sind entwurzelt,
kennen nur das Leben im Lager. Ich darf gar nicht zu viel an all das Leid denken,
das unschuldigen Menschen immer wieder zugefügt wird.

So gehe ich lieber wieder hinüber in unsere Schule, etliche Kinder sind wieder eingetroffen, die Lehrkräfte sind auch alle da, es wird gelacht und erzählt, richtig wohltuend. Ich wünsche mir, dass wir mit Eurer Hilfe erreichen, möglichst vielen Kindern eine Zukunft zu geben.  

Herzlichen Dank für Eure Unterstützung!!

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