Montag, 22. August 2016

Eine Woche Ferien für alle unsere Schulkinder

Für die meisten Kinder fingen die Ferien bereits früher an. Die Schüler und Schülerinnen
der 7. und 8. Klasse blieben jedoch hier für tution.
Aber am Samstag konnten auch die Kinder dieser Klassen nach Hause. Für etliche 
wäre der Hin- und Rückweg zu weit gewesen, daher zogen sie es vor hier zu bleiben und 
die freien Tage bei uns zu geniessen. Einige Kinder sind ohnehin immer da.

Ein spätes Frühstück mit Freunden, gehört zum Geniessen in den Ferien. Das Schöne ist,
bei uns müssen sie anschliessend nicht abwaschen, putzen, Wasser holen oder was auch immer.
Vor allem Mädchen holen sich gerne Bücher zum Lesen, Buben spielen eher mit Bällen.
Moses gibt den Kinder noch Geld für das Matatu oder den Bus
Und hilft zusammen mit anderen Lehrkräften die richtigen Fahrgelegenheiten auszuwählen.
Nachdem alle verfrachtet sind, macht auch Moses sich auf den Weg nach Nairobi,
um unseren früheren Schulleiter Philip im Flughafen abzuholen und zusammen mit ihm 
ein paar Tage in Central Kenya zu verbringen. 
Philip hat sicher viel zu erzählen über sein Leben in Kanada
Kurz vorher, fühlten wir uns eine Nacht lang noch sicherer als sonst. Ein Militärauto hatte
eine Panne, daher verbrachten die Soldaten zusammen mit ihrem Auto eine Nacht bei uns im Hof.
Am nächsten Morgen bekamen sie noch Frühstück, anschliessend war Hilfe aus Nairobi da.
Die jungen Männer waren so wohlerzogen und dankbar und ich mache mir seitdem Sorgen um sie.
Wozu sind Kriege da?
frage ich mich immer und immer wieder. So viele unserer Soldaten werden öfter als manche 
denken, bei Anschlägen getötet. Das Ganze ist so sinnlos, wann lernt die Menschheit dazu?
Als ich heute las, dass UNICEF bemerkt hat, dass im Sudan seit 2013 mehr als 16'000 Kinder als Kindersoldaten rekrutiert worden sind und dass junge Buben nun wieder Lastwagenweise
eingesammelt werden, wurde mir richtiggehend übel. 
Was seit 2013 dort passiert ist, weiss man ja, aber
dass nun alles wieder von vorne anfängt, tut mir zutiefst im Herzen weh.
So traurig, wie grausam Menschen sein können oder müssen?
Und besonders schlimm, dass es immer so weiter geht.
Nun wieder zurück zu uns, für die anstehenden Neubauten werden weiterhin
fleissig interlocking bricks gepresst und ein Lager in der Nähe der zukünftigen Baustellen errichtet,

 Der Besitzer der Maschine  stellt uns diese Presse gratis zur Verfügung, 
will aber bald selber etwas bauen. Könnte sein, dass er sie bald abholt . 
Daher schauen wir, dass der Vorrat reicht.
Hier wird fleissig gegraben damit der septic Tank errichtet werden kann. Der Anfang für die Lösung der sanitären Probleme in den Latrinen der Lehrer ist gemacht.
2 zusätzliche Latrinen für die Schüler der oberen Klassen, gleich daneben, sind der nächste Schritt.
Beim Schlaftrackt der grösseren Mädchen, ist unser "Professor" Stanley dabei einen Zaun
und eine Trennwand zu errichten. Die Latrine der Mädchen neben den Duschen wird fertig sein,
wenn sie nächsten Montag zurück in der Schule sind.
Dann müssen sie sich nicht mehr fürchten wenn sie nachts ihre Notdurft verrichten müssen.
Kürzlich passierte es, dass 3 Mädchen beschlossen zusammen zu den bestehenden 
Latrinen zu gehen. Sie müssen dafür über den Hof. Da stand einer unserer Nachtwächter, 
wegen der Kälte dicht vermummt, in der Nähe. Der Vollmond war vorbei, es war trotz safety lights etwas dunkel. Alle 3 stiessen einen Schrei aus,
so dass alles zusammenlief, sie dachten, ein Gespenst zu sehen. In der Zukunft muss also
keines der Mädchen mehr ins Freie. Auch den Nachtwächtern bleibt ein Schock erspart.
Neben schlimmen Nachrichten, erlebt man auch immer wieder etwas Wunderschönes.
Wie zum Beispiel der Besuch von Susan und Ian aus England. Sie sind herzensgute,
liebe Menschen, haben eine Hilfsorganisation in England und wollen uns unterstützen.
Gedanken sind mächtig. Schicken wir doch alle positive Gedanken
ins Universum und bitten um friedlichere Zeiten.

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