Montag, 3. Oktober 2016

Die letzten Wochen werden wir nie vergessen

Bevor die Kolonialisten den afrikanischen Kontinent eroberten, kannte man unsere Zeitrechnung nicht. Und trotzdem wusste jeder, wann etwas passiert war, in dem man einfach beschrieb, was sich ereignet hatte. Das würde dann wohl ungefähr so lauten: Der Winter in dem es extrem kalt war, täglich Kinder zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht werden mussten und das Internet selten funktionierte. Und dann kamen plötzlich viele weisse Besucher.
Zuerst kam Tanja, eine sehr liebe Familien Freundin, man könnte fast sagen sie ist für mich wie eine Enkelin. Für ihr Diplom muss sie eine Projekt Arbeit machen und wählte unsere Schule als ihr Projekt aus. Sie traf auch noch kurz auf Philip, unserem ehemaligen Schulleiter.
Dieser flog inzwischen zurück nach Kanada
Wiederum hatten unsere Kinder schöne Willkommensplakate gemacht.




Manche sind nur für einen Kurzbesuch bei uns, Tanja, Annina und Sonja, fühlen sich bei uns zu Hause . Die beiden Mädchen sind gerne in der Schule um möglichst viel Zeit mir ihren Freundinnen zu verbringen. Sonja ist Musiklehrerin, sie hat ein ganz tolles Programm zusammengestellt um allen in relativ kurzer Zeit das Handharmonika spielen beizubringen. Unglaublich, wie rasch die Kinder das lernen und welche Freude auch alle Lehrkräfte daran haben.

In Afrika ist man gastfreundlich, so machte unsere Lehrerin Prudence, zusammen mit den Kinder, ein Kunstwerk aus einen umgefallenen Baumstamm, um Gäste willkommen zu heissen.
Und dann kam mit der CONDOR die Spende der wunderbaren Wolldecken, über die wir sehr, sehr froh und dankbar sind. Mehrere Kinder mussten sich bis anhin eine teilen, wir konnten uns keine leisten. Mein Spruch, wenn jemand fragt wie es geht, ist jeweils "wir haben kein Geld, kein Wasser, keinen Telefonempfang, unzuverlässiges, aber teures Internet, aber es geht uns gut.
Fährt man vom Flughafen zurück nach Voi, so wie ich mit den Wolldecken, dann erkennt man, was man in Kenia unter einem "highway" versteht. Gut durchgeschüttelt und verdreckt kommt man dann nach etlichen Stunden wieder in der Schule an.

Mit dem Bau der zusätzlich geforderten Latrinen für die Primarschule sind wir nun in der Endphase. Eine liebe Patin half uns mit einer Spende um die Fertigstellung zu realisiern. 
Wir bedanken uns sehr herzlich.
Die wasserundurchlässigen Überzüge für die Matratzen, konnte ich in Mombasa finden, jetzt braucht es noch neue Matratzen. Die meisten unserer Kinder sind Bettnässer. So halten die Matratzen jeweils nicht lange. Wenn man bedenkt, dass viele zu Hause kein Bett haben und sich nachts nicht vor die Hütte getrauen, weiss man auch, warum es viel Aufwand und Geduld braucht, um ihnen das abzugewöhnen.
Mit diesem Foto versuchen wir durch crowd funding bei M-Changa, Geld für unsere Bibliothek zu erhalten. Wenn etwas gut funktioniert in Kenia, dann ist es das Bezahlen oder senden von Geld via M-Pesa auf das Telefon, ein toller Service von Safaricom. Sogar aus dem Ausland kann man mit der Visa Karte, durch WorldRemit auf unser Handy Geld senden. Da hier jeder denkt, dass man automatisch sehr reich ist, wenn man eine weisse Hautfarbe hat, eröffneten wir das fundraising auf den Namen unseres Lehrer Roman Jembe, der durch die ausserordentlich Leistungen in Handball, im ganzen Land bekannt ist.
Zu befürchten ist allerdings, dass man auch weiss, dass ich eine muzungu (Weisse) bin.

Unsere Mädchen erklären wie dringend sie einen Schlaftrakt brauchen, aber sooo viele andere Gebäude und Einrichtungen werden bis anfangs nächstes Jahres gebraucht , damit wir die Form 2 der Secondary School beginnen können. Wird es uns gelingen, oder müssen wir den Traum unserer weiterführenden Schule aufgeben?
Mit Eurer Unterstützung können wir es vielleicht schaffen, die dringendsten Bauten und Einrichtungen zu realisieren. Die Buben haben sich bereit erklärt, in ihrem provisorischen Schlafraum noch enger zusammen zu rücken, sie wollen so gerne weiterhin unsere Schule besuchen.
Wir hoffen, beten und wünschen uns ganz fest, dass es gelingt die Secondary School weiterzuführen und danken ganz, ganz herzlich für Eure Hilfe.
Wie ein afrikanisches Sprichwort so schön sagt:

Wenn viele kleine Menschen viele kleine Dinge tun, können sie das Gesicht der Welt verändern.

1 Kommentar:

  1. Ja ein weises Sprichwort und zudem eines, das von euch "ALLEN" gelebt wird. Meine Hochachtung für euch alle ist gross!

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