Montag, 14. Dezember 2015

Es geht auch ohne Maschinen

In vielen Teilen der Welt kann man sich kaum noch daran erinnern, dass auch
wir früher die Wäsche von Hand gewaschen haben und das Gras mit der Sense gemäht wurde.
Und wie viel Spass das machte, in meiner Kindheit kannte ich keine einsamen Menschen.
Es gab einen Waschtag, an dem die Frauen zusammen die Wäsche wuschen,
 auch der Hof wurde gemeinsam gekehrt und all das hat die Menschen verbunden.
Hier ist alles noch so, wie bei uns vor vielen Jahren und ich hoffe, dass es noch
lange so bleibt. Die Menschen brauchen Arbeit, nicht Maschinen, die sie ersetzen.
So wird das Gras geschnitten und getrocknet, damit die Tiere während der Trockenzeit
noch Nahrung haben
Auch beim Bau der New White House Secondary School ist restlos
alles Handarbeit. Natürlich braucht es starke Männer dazu, aber nicht nur die Körperkraft
ist wichtig. Die Kameradschaft, das Zusammenhalten und füreinander da sein.
Am Anfang fragte ich mich oft, warum gehen plötzlich alle zur Beerdigung dieses oder jenes
Verwandten eines unserer Angestellten. Inzwischen begreife ich das System. Jeder weiss
dass man vom Staat keine Hilfe erwarten kann, so sind alle irgendwie verpflichtet sich gegenseitig
zu helfen. Das sehe ich auch bei unserer Baustelle, Nachbarinnen und Dorfbewohner kommen
um unentgeltlich zu helfen - wir helfen ihnen ja auch. Sei es mit Schulbildung oder indem
wir Angestellte bezahlen, die aus der Region kommen.
Und wenn jemand einen Unfall baut (geschah nicht bei der Arbeit), dann ist die Mama
gerne auch der Daktari
Aber wir feiern auch gerne, Geburtstage sind doch ein guter Anlass dafür
und die Kuchen, die unser Osbone macht, sind echt suchtgefährdend!
Nach der Feier im kleinen Kreis, geht es weiter auf der Baustelle. Wenn man
zusammen arbeitet, feiert man auch zusammen!
Wenn man bedenkt wie extrem heiss es momentan ist, dann muss ich die
Männer einfach bewundern. Obwohl ich mich an die starke Sonne gewöhnt habe, meide ich
die Sonnenstrahlen so oft wie möglich.
Die Leute die bei uns arbeiten kommen von verschiedenen Stämmen, haben
unterschiedliche Religionen und trotzdem sind wir eine grosse Familie.
Könnte es doch auf der ganzen Welt so sein!
Mein grösster Wunsch ist Frieden, Wasser und Nahrung für alle Menschen und
Tiere dieser Welt - ein grosser Traum.
Neben Kindern liebe ich auch Tiere, Bäume, Sträucher, einfach alles was zur Natur gehört.
Daher kontrolliere ich gerne wie unsere frisch gepflanzten Bäume zwischen den 
beiden Schulen wachsen
Und Kuka beobachtet aus der Ferne, was da vor sich geht.
Die Frage, was getan werden könnte, damit sich Menschen nicht gegenseitig bekämpfen
beschäftigt mich mehr und mehr. Vor allem, es sind ja nicht die Leute die in den
Krieg ziehen müssen, die entscheiden können.
Aber in einem sind wir uns sicher alle einig, Waffen zerstören nur,
Frieden kann damit nie erreicht werden.
Und das ist etwas das ich immer wieder mit unseren Kindern bespreche - die Zukunft
gehört den Kindern dieser Welt.  Helfen wir mit, dass wir ihnen das vermitteln können,
was unser Planet braucht, um menschlicher zu werden.

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