Freitag, 3. Juli 2015

Es wird kalt bei uns in Voi

Europa wird von einer Hitzewelle heimgesucht und bei uns wird es von Tag zu Tag kälter.
Da es vor allem früh morgens kalt ist, fängt der Unterricht eine Stunde später als üblich an.
Die Kleinen spielen vergnügt im Hof, ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt,
sie haben sichtlich Spass.
Sicher können sich noch etliche an Zeiten erinnern, als sie noch kein Spielzeug hatten.
Mann, war das spannend, Langeweile kam da nie auf.
In den Klassenzimmern werden abends die Vorhänge heruntergelassen und erst
wieder hochgezogen, wenn der Wind nicht mehr zu stark bläst. Gelegentlich bleiben sie
den ganzen Tag unten, so müssen die Kleinen nicht frieren.
In der Zwischenzeit ist das mit Moringa Pulver vermischte Porridge fertig,
Da ich günstig frischen Honig kaufen konnte, mischt Julius diesen auch noch hinein.
,Nun kommen auch Philip und Moses, sie arbeiten an der Übergabe der Aufgaben,
die Philip als Schulleiter, inne hatte. Ab Montag wird Moses dieses Amt
übernehmen. Wir sind sicher, dass er dies sehr gut machen wird und 
Philip wünschen wir herzlich alles Gute während seines 2 jährigen Studiums Aufenthaltes
in einer Universität in Vancouver, Kanada.
Für die Kinder der 7. und 8. Klasse fanden Elterngespräche statt, mit den Lehrkräften 
zusammen mit den Kindern. Wie oft hört man, dass Eltern ein Kind adoptieren, bei Mapenzi und mir
war es umgekehrt. In ihrem jungen Leben hat sie schon so viel Schlimmes erlebt,
dass sie nicht mehr nach Hause geht, So erklärte sie mir, dass sie nun meine Tochter sei.
Hier ist es in den meisten Gegenden noch üblich, dass für die zukünftige Frau ein
Brautpreis bezahlt werden muss. Besitzt ein Mädchen eine gute Schulbildung, dann fällt der
Preis entsprechen höher aus. Da sie grosse Pläne hat für ihre Zukunft und eine 
gute Schülerin ist, wollen wir sie sicher nicht der Gefahr aussetzen, zwangsverheiratet zu werden.
So schauen wir welche Fächer für sie besonders wichtig sind und helfen ihr, sich darin zu verbessern.
Beim anschliessenden Rundgang, finde ich Antony. Er hatte Abfälle gesammelt und
bastelt sich nun voller Eifer und sehr geschickt, ein Auto.
Ein paar andere Buben sammelten Plastiktüten, formten diese zu einem Ball
und banden sie mit Schnüren, die man aus den gespaltenen Ästen eines gewissen Baumes
herausholen kann, zusammen. Die Bälle sind herrlich weich, die Schnüre äusserst stabil.
Und für den kleinen Rashid haben wir nach langer Zeit, endlich eine sehr liebevolle Patin
gefunden. Der Bub hat eine alleinerziehende Mutter, die weder ein Bett noch genügend zu essen hat,
So wurde der Bub zu uns gebracht, ohne Schuhe, mit zerlumpten Kleidern.
Da seine Patin die Verhältnisse hier kennt, hat sie gleich Geld geschickt, damit wir alles
Nötige für ihn kaufen können, aber auch noch ein grosses Stück Kuchen,
als Belohnung dafür, dass er stets so fleissig lernt.
Wir alle freuen uns so sehr für ihn und er kann sein Glück kaum fassen. Unsere Kinder
sind stets lieb zu den anderen Kindern und leihen ihnen gerne Sachen aus.
Aber nun das 1. Mal eine eigene Uniform und alles weitere zu haben, ist ein grandioses Gefühl.
Da wir immer noch fast 40 Kinder bei uns haben, für die niemand etwas bezahlen kann,
ist es uns nicht möglich alle Anschaffungen zu übernehmen.
In allen anderen Schulen müssen die Kinder selbst Matratzen, Leintücher, Wolldecken, etc.
mitbringen. Das alles stellen wir zur Verfügung und noch dazu bekommen sie
neben der guten Ausbildung auch noch genug zu essen.
Wir sind sehr dankbar, für jede Hilfe, de wir bekommen und können dies nicht oft genug betonen.
Be blessed and stay blessed all of you wonderful people!

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