Samstag, 21. Juni 2014

Der Winter ist da und fast täglich steigen die Preise

Auch bei uns in Kenia haben wir für einige Monate Winter. Der Wind bläst während dieser Zeit ununterbrochen und kräftig, der Himmel ist oft wolkenverhangen,
bringt aber leider keinen Regen.
Unsere "Iron Lady", wie ich unsere Lehrerin Roselyne getauft habe, schafft es stets dass
ihre Klasse die beste im ganzen district ist.
Alle Besucher bewundern die beispielhafte Ordnung in ihrem Klassenzimmer.
Da wir keine Fensterscheiben haben, verwenden wir Tücher
um den Wind etwas abzuhalten, sonst ist es echt kalt in allen Räumen
Die Bäume sind kahl, so sieht man die Vogelnester gut, aber alles dürstet nach Regen
Also, falls jemand Angst davor hat die Hitze in Afrika nicht zu ertragen, dem kann
ich nur raten während den Wintermonaten zu kommen und eine Warme Jacke mitzunehmen.
Aber gelegentlich sieht man noch einen Schüler mit kurzärmeligen T Shirt,
der mit Philip, unserem Schulleiter am diskutieren ist.
Da auch für unsere Tiere saftiges Futter fehlt, herrscht immer wieder Kampf um
trockenes Brot, das ihnen gebracht wird.
Aber unser Esel Libux geht stets als Sieger vom Feld, auch wenn sich Ziegen, Hühner
und Enten darauf stürzen wollen.
Gestern waren alle etwas enttäuscht darüber dass die Schweiz im Fussbal verloren hatte
Da half auch mein selbstgebackener Kuchen und der Tee nicht, aber so ist es halt
im Sport und wir alle hoffen dass das nächste Spiel erfolgreicher ist.
Unser DEO Mr. Machora hatte unserem Handball Team gratuliert dass sie es bis
auf die nationale Ebene geschafft hatten.
Als ich ihn kürzlich in Voi traf, stellte er mich aber zur Rede und wollte wissen
warum unsere Schule nicht am Musikwettbewerb mitgemacht habe.
Bei diesem zeigen Schüler kleinere Darbietungen, sei es eine Art Theaterstück, wie
auch Gesang und Tanz. Unsere Kinder sind gut darin.
Aber man muss dafür bezahlen um mitmachen zu dürfen und so musste ich ihm
halt erklären, dass wir einfach kein Geld haben.
Das kann man hier nicht verstehen, wenn man eine weisse Haut hat, dann ist man für die Menschen
in Afrika automatisch reich. Uns werden stets Kinder geschickt von seinem Amt, aber niemand
bezahlt dafür. Von der Regierung erhalten wir keinen Dank, geschweige denn Unterstützung.
Sie schmücken sich alle gerne mit unseren "Federn", das heisst mit den Talenten die wir heranziehen,
aber das ist Afrika.
Und wir arbeiten nicht so hart daran unseren Kindern eine gute Rundum Ausbildung
zu geben, weil wir von einer Amtsstelle Dank erwarten, sondern damit auch
die Ärmsten der Armen einmal eine selbstbestimmte Zukunft haben.
Und von den Kindern kommt so viel Dankbarkeit und Liebe, dass wir trotz der
sehr schwierigen Lage versuchen weiterzumachen.
Immer wieder erhalte ich Briefchen, wie diesen und selbstgebastelte Geschenke,
das zeigt doch wie glücklich die Kinder hier sind.
Für jede finanzielle Unterstützung die wir in der zur Zeit schwierigen Lage
erhalten, danken wir von ganzem Herzen!
Jeder Betrag zählt, mag er auch klein erscheinen.
 

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